Mittwoch, 22. Juli 2015

Der Neusiedlersee liegt nicht am Mittelmeer - oder doch? Kindheitserinnerungen an Burgenland


























Das ist nicht in Burgenland, aber die Zeit stimmt etwa: Ich mit 5 Jahren.
 
Der Neusiedlersee liegt nicht am Mittelmeer. Ein bißchen vielleicht. Nicht geografisch, aber ideell. Aber von vorne. 

Heute geht es hier um kleine kulinarische Genüsse aus dem Mittelmeerraum, während sich eine meiner schönsten Sommer-Kindheitserinnerungen am Neusiedlersee** abgespielt hat. Warum ich Äpfel mit Birnen vergleiche? Oder besser gesagt Bombette di maiala mit Guguruz und zusammen mit Tinto de Verano  und Pate feuilletée in einen Topf werfe? Weil für mich der Neusiedlersee, mit Abstand betrachtet, mein erstes Mittelmeer war. Nicht der See an sich, aber die ganzen Urlaube dort. Dazu gleich mehr. Und weil mein Leben ein so wunderbares Sammelsurium an sommerlichen Kindheitserinnerungen hergibt. Nicht nur vom Neusiedlersee, nein, es gibt so unendliche viele Sommererinnerungen in meinem Kopf. Und während ich erwachsen wurde, kamen zahlreiche Eindrücke hinzu: kulturelle wie kulinarische. Dieser Post ist sozusagen eine Hommage an den Sommer (das mache ich jedes Jahr immer wieder gerne, wie hier), an meine Kindheit, an den Neusiedlersee und das Mittelmeer in meinem Kopf.

Ich bin der Überzeugung, dass Reisen das Denkvermögen erweitert. Etwas Neues zu sehen, zu schmecken, zu riechen, zu fühlen und zu hören, was man vorher noch nicht erlebt hat, verknüpft die Synapsen im Hirn auf wundersame Weise neu. Dabei muß es meiner Meinung nach nicht zwangsläufig die Fernreise sein, die das bewirkt. Ich gehöre ja zu der Generation, die bis zu ihrem fünften Lebensjahr noch nicht die Niagara Fälle, die Pyramiden oder Löwenbabys in freier Wildbahn gesehen hat. Ich bin weder durch den Oman gereist ist oder war in Hawaii surfen. Das kommt alles noch. Ich hab noch so viel vor mir. Ob ich das schaffe? 

Meine ersten Reiseerinnerungen beschränken sich daher auf Österreich, Ungarn, erst etwas später dann Italien, wie das in den 70er und 80ern oft noch üblich war. Ich habe aber nichts vermisst. Ganz im Gegenteil.

Ich hatte ja mein Mittelmeer am Neusiedlersee, genau genommen in Frauenkirchen. Denn dort hatte mein damals 24jähriger Bruder, zusammen mit seiner Frau, ein kleines Grundstück mit einem kleinen Landhäuschen und Garten gepachtet. Haltet Euch fest: Für 600 Schilling im Monat! Das sind etwa 40 Euro. Und das ist kein Tippfehler. Und ich hab auch extra noch mal nachgefragt. Ok, das ist jetzt 35 Jahre her, aber nichtsdestotrotz. Das Schöne daran war, dass das Häuschen so schön verlebt war, bereits so viel erlebt hatte. Es war recht niedrig, gebaut aus groben Steinen und hatte ein etwas windschiefes Dach. Die drei kleinen Räumen waren mit einfachen Betten oder Pritschen ausgestattet (das Leben spielte sich sowieso nur draußen ab) , die kleine Küche hatte einen Gasherd, zwei Schränke und ein paar Regale. Nicht sehr luxuriös, aber als Kind der Himmel auf Erden. Im Garten stand unter einem Baum ein riesiger Tisch, an dem alle zum Frühstück und Abendessen zusammensaßen, bis wir zu unserem täglichen Ausflug aufbrachen. Acht bis zehn Leute fuhren dann mit dem Fahrrad etwa 10 Kilometer nach Podersdorf zum Neusiedlersee oder zur Langen Lacke nach Apetlon.

Ich weiß noch wie ich auf dem Rückweg gejammert habe, wenn die Luft noch vor Hitze flirrte, nach Stunden in der Sonne und im Schlick, denn der See hat im Sommer meist nur eine maximale Tiefe von etwa 60-80 Zentimetern. Meistens liegt man eher drin, schwimmen ist dann eher schwierig, außer für Kinder.

Die größte Gaudi war, in die Guguruzfelder zu steigen, verstecken zu spielen und ein paar Guguruz fürs Abendessen mitzunehmen und in den Weinstöcken einige Hände voll Weintrauben. Denn alle waren hungrig von dem Seebad. Wenn es dämmerte fuhr ein etwas seltsamer Konvoi richtig Frauenkirchen. Da nämlich nicht an allen Fahrrädern das Licht funktionierte, oder an einem nur vorne, an einem anderen nur hinten, fuhren die mit Vorderlicht vorne und die mit dem Hinterlicht hinten. Die, die kein Licht hatten, fuhren in der Mitte. So einfach ist das. Auf dem Land. Auch ein bißchen Bullerbü.

Zuhause angekommen wurde der frische Guguruz gekocht und später mit Butter und Salz gegessen. Dazu gab's Tzatziki mit reichlich Knoblauch, Brot und Salat. Alle saßen dann um diesen großen Tisch, bei so vielen Leuten, immer ein großer Wirbel. Es gibt immer etwas zu erzählen, zu lachen, zu erleben. Auch mal zu streiten und zu heulen. Ich war das einzige kleinere Kind und ich habe mich in diesen großen Familienzusammenkünften immer irre wohl gefühlt. Ich hätte das immer so haben können. Und ich liebe es jetzt noch viele Leute um mich zu haben, zu kochen, an einem großen Tisch zu sitzen, zu erzählen, zu lachen und zu essen. Bis spät in die Nacht. Das Mittelmeerfeeling schlechthin.

Sommergefühl, – und erinnerungen bestehen für mich nicht nur aus Sonnencremeduft, Gugurzfeldern, Barfußlaufen, flirrender Hitze, Sonnenuntergängen, Sandzwischendenzehen, Nacktschlafen und Wespenstiche. Dazu gehören auch kleine kulinarische Freuden, die bei mir immer eine Mischung aus dem Mittelmeerraum sind. Das kann wie hier und heute ein Tinto de verano sein (aus Spanien), die Bombette di maiala (aus Italien), ein Salat mit einem Mix aus allem, Blätterteigtaschen aus Frankreich. Oder auch Tzatziki aus Griechenland, Pan con ajo y tomate aus Spanien. Die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten sind unendlich (lecker). Probiert es einfach selber aus. Mixt das Mittelmeer mit Euren Sommer-Kindheitserinnerungen. Und seht was Schönes dabei heraus kommt. Hab einen zauberhaft flirrenden Sommer! 
 
W

**Der Neusiedlersee ist einer der wenigen Steppenseen in Europa und liegt in Österreich, sowie in Ungarn. An seinen Ufern ist er mit reichlich Schilf ausgestattet und hier bietet Lebensraum zahlreicher Tiere, wie Wasserbüffel, Steppenrinder und 300 Arten Vögel. Schilf wird in dieser Gegend gerne als Baumaterial verwendet.

Freitag, 10. Juli 2015

kleine ode an das abendbrot und an den ausklang des tages - mit philadelphia luftig & lecker

























Dies wird eine kleine Ode an das Abendbrot. An das Abendessen. Den Abend als Ausklang des Tages, wenn langsam Ruhe einkehrt.



Ich finde es gibt nichts Schöneres als mit lieben Menschen, mit Zeit und Muse, zu kochen und zu essen. Das ist für mich ein Sinnenerlebnis. Egal ob Frühstück, Mittagessen oder Abendbrot.



Aber das Abendbrot hat für mich einen ganz besonderen Stellenwert. Als Kind fand ich es schön, wenn alle am Tisch saßen. Vielleicht erzählte man sich etwas vom Tag oder auch nicht. Aber alle waren da. Heute, erwachsen und Mama geworden, finde ich auch das Abendbrot ein wichtiges Beisammensein. Wir essen immer gemeinsam zu Abend. Keiner steht auf oder macht irgendetwas zwischendurch. Es kehrt langsam etwas Ruhe ein. Der Abend wird eingeläutet. Das alltägliche Ritual beginnt. Abendbrot, noch ein bißchen Spielen, Zähne putzen, mit Mama im Bett toben, vorlesen, kraulen und Gutenachtküsschen geben.



Genauso schön finde ich aber auch einen lustigen, fröhlich Hinterhof-Abendbrot-Schmaus mit lieben Freunden und/oder Familie. Es ist wunderbar lauschig-sommerlich, alle sitzen um einen großen Tisch herum und erzählen vom Tag, von der Woche oder anderen Begebenheiten. Meinem Seelenfrieden tun beide Abendbrot-Varianten unsagbar gut. Abends kann ich diesen Frieden genießen, ob alleine oder zu zweit auf dem Balkon sitzend inmitten einer lieben, kleinen Gruppe von Menschen, die zusammenkommen, um Zeit miteinander zu verbringen und gemeinsam zu essen. Ich bin ganz klar ein Abendmensch. Und eine Nachteule.



Zusammen kann man vorher ein paar Häppchen und Snacks vorbereiten, wie zum Beispiel Zwiebelbaguette gefüllt mit einer Mischung aus Philadelphia Kräuter der Provence, Knoblauch und Speck. (Rezept siehe oben). Die Philadelphia Luftig & Lecker Serie ist jetzt neu, nämlich luftig lecker aufgeschlagen und gibt es in den Geschmacksrichtungen Kräuter der Provence, Klassik und Olive.



Auch leicht und fix zuzubereiten sind die Bruschetta, belegt mit dem Philadephia Klassik und kleinen Kirschtomaten aus dem Ofen, die dann ihre volle Süße und Saftigkeit offenbaren. Fein crunchy wird's mit den gerösteten Kürbiskernen. Die Frischkäsekugeln mit verschiedenen Toppings wie Schnittlauch, Cranberrys, Sesam, Mandeln, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne sind auch eine Wonne. Das Schöne daran: Man kann nach Lust und Laune variieren. Bunter Pfeffer, Salzflocken, Petersilie, Rosmarin oder Mohn passen dafür auch hervorragend. Da helfen auch gerne Kinder mit.



Etwas aufwendiger geht es natürlich auch. Mein persönlicher Favorit waren die Süßkartoffel-Thymian-Latkes mit Philadelphia und Lachs. So lecker! Überhaupt haben mir Kräuter der Provence und Klassik am besten geschmeckt und sind so vielseitig verwendbar. Die Crepes und Windbeutel kann man wie oben beschrieben füllen, aber auch gerne seiner Fantasie und seinem Geschmack anpassen.

Und wißt Ihr was? Ich freue mich heute schon total auf unser Abendbrot. Mal wieder kommt ein Großteil unserer Familie zusammen. Gibt es einen Anlass? Nicht so wirklich. Einfach so. Aber es gibt (mal wieder) japanische Abendbrot-Häppchen (auch Sushi) genannt. Mhhhh!

Habt ein wunderschönes Wochenende und genießt heute Euer Abendbrot!
Eure la petite cuisine

                                                                                 * * *


Dieser Post entstand in Zusammenarbeit mit Philadelphia. Alles drumherum basiert auf meiner Sichtweise.

Freitag, 19. Juni 2015

über kreativität und krautsalat














 
Seid Ihr schon mal Eurer Muse begegnet? Ich meine so mit voller Wucht und krawumms? Ich bin froh, dass ich keine blauen Flecken davon habe. Zurück geblieben ist aber ein Gefühl von Fülle, von Ausgefülltsein und von Freude über die Fähigkeit so in mich versunken arbeiten zu können. Quasi auch blaue Flecken, nur in schön. Aquamarinblaue, türkisblaue, blaubeerblaue, capriblaue, bergseeblaue, azurblaue, himmelblaue, mitternachtsblaue und ozeanblaue Flecken auf meiner Seele. 


Kreativität verläuft nicht linear. Sie kommt und geht. Wann es ihr paßt. Auch manchmal wenn es mir nicht paßt. Aber das ist selten. Manchmal geht sie auch ihre Umwege und läßt auf sich warten. Dazu gesellt sich oft Unlust. Ihr habt das vielleicht gemerkt. War ruhig hier die letzten Monate. Und ich wollte mir die Ruhe gönnen, für mich und den Blog. Nichts tun kann so herrlich sein, aber das ist ein anderes Thema. Wenn sie also endlich da ist, Madame Muse, läßt sie sich nicht bremsen, das Biest. 


Als wir uns trafen - so mit krawumms - ging es um Essen. Genau genommen um Salat. Grillsalate. Für einen Kunden. Dabei sollten bestimmte Salatprodukte im Spiel sein. Soweit eine klare Aufgabenstellung. 


Und dann ging das Abenteuer im Kopf los: Welche Farben, welche Texturen, welche Geschmackskombinationen, welcher Look, welches Licht, welche Stimmung, welche Requisiten. Ich kann mich da meistens sehr schön fallen lassen und meine Gedanken nehmen mich mit auf diese Reise. Ich liebe das. Alle meine Sinne sind dann gespannt und zugleich frei wie ein an der Wäscheleine gespanntes, weißes Laken, dass nach unten locker im Wind flattert. Könnt Ihr Euch das vorstellen? Eine Art Anspannung und Entspannung zugleich. Sehr sinnlich. 


Ich muß sagen, ich habe noch nie versucht, meine Kreativitätsschübe in Worte zu fassen. Es führt mir aber hier und jetzt (deswegen mag ich das (Auf)schreiben) so gerne) wunderschön vor Augen, wie sehr ich liebe, was ich tue, wie sehr mein ganzer Körper, mein ganzer Geist dabei ist. Das ist eben nicht einfach ein Job, den ich da mache, das bin ich, der da schafft und werkt. Mein ganzes Ich. Mein Sein. Meine inneren Kämpfe. Meine Erfahrung. Mein gelebtes Leben. All das fließt in meine Arbeit ein. 


Wenn man trendy und hip sein möchte sagt man: "Ich bin grad im „flow“".

Aber das englische Wort trifft es gut, sogar sehr gut. Alles fließt. Aus einem heraus. Die Ideen. In Wellen. Wie das blaue Meer. 


Ach, und wie es da so aus mir herausfloß, diese ganze tollen Ideen und Bilder und ich so unendlich im Fluß war (anders als sonst), vergaß ich darüber des Kunden Salat. Uups.


Das Dumme war, dass es mir erst auffiel, als alle sechs Motive fotografiert waren – eben ohne besagten Salat. Ähm. Auf einmal meldete sich wieder mein Verstand: Irgendetwas stimmt an der Strecke nicht. Bis ich drauf kam, dass ich völlig und gänzlich am Thema vorbei gearbeitet hatte. So völlig eins mit mir selbst und meiner Muße. Schön für mich.


Nun, jetzt hätte ich mich ärgern können, dass die eigentliche Arbeit gar nicht fertig war, das ich mich so unvernüftig habe treiben lassen. Aber das tat ich nicht. Warum auch? Da war etwas Neues mit mir geschehen oder ich habe es zugelassen. Noch nie Dagewesenes. Es hatte wahrlich etwas Befreiendes und etwas zutiefst in mir Ruhendes. Nämlich, dass ich auch mal ohne meinen Verstand arbeiten kann, der mir dauert sagt, was ich zu tun und zu lassen habe. Ich kann und darf meinen Verstand auch mal ausschalten. Ja! Der will mir nämlich dauert und immer dazwischenfunken. Ok, anscheinend nicht dauert und immer. Ich habe etwas gelernt. Bei der kreativen Arbeit etwas ganz Essentielles für mich. Lernen ist Bewegung und Prozess. Hoffentlich bis an mein Lebensende.


Ich habe gelernt, dass mein so oft dominierender Verstand, mein oft alles beherrschender Kopf das Feld räumen und meinem Gefühl und meinem Bauch die Regie übernehmen lassen darf. Wie geht es Euch so? Seid Ihr mehr Kopf oder Bauch? Beides? Wie fühlt Ihr Euch damit?


Am Ende mußte ich natürlich beim Kunden um zwei Tage Aufschub bitten. Ich hab die Wahrheit gesagt und er hat's mit Humor genommen. Und aus den Bildern und den Gedanken ist dieser Blogpost entstanden.



*Nur so nebenbei. Mein beruflicher Alltag läuft weiß Gott nicht immer so ab. Es gibt auch richtig viel Ätzendes, wozu ich manchmal keinen Bock hab. So! Ich glaube mein Kopf würde sich nämlich bedanken, wenn ich meinem Bauch immer so viel Spielraum ließe. Und es ist nicht immer alles so glitzernd und schön. Aber daher sind eben diese Inseln so traumhaft, wo man sich so schöne blaue Flecken holen kann, siehe oben.*